Kons. Ingeborg Glisic

„Wie jede Blüte welkt /

und jede Jugend dem Alter weicht, 

blüht jede Lebensstufe /

blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

zu ihrer Zeit /

und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe

bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

in and’re /

neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben. (Stufen, H.Hesse)

 

Nachruf Kons. Ingeborg Glisic

 

Einen besonderen Anfang im Leben von Konsulentin Ingeborg Glisic stellte ihr Engagement für die Goldhaubengemeinschaft dar. Unter Landesobfrau Anneliese Ratzenböck erfolgte 1976 die Gründung der Bezirksorganisation der Goldhaubengemeinschaft. In ihrer lebenslangen Freundin Kathi Lumetsberger hatte sie eine treue Stellvertreterin, Unterstützerin und Freundin zur Seite, sie waren stets gemeinsam unterwegs. 

 

Die bereits bestehenden 14 Ortsgruppen wurden mit dem Bezirk als Bindeglied landesweit organisiert, vernetzt und weiter auf 25 Ortsgruppen ausgebaut. 

 

Es folgten intensive, arbeitsreiche Jahre mit zahlreichen Aktivitäten bei denen Gemütlichkeit und Geselligkeit niemals zu kurz kamen. Parallel dazu legte Ingeborg den Fokus auf die Organisation von Trachtenschauen und Brauchtumsabenden, in der Stadt Perg unterstützte sie persönlich mit ihrem Gatten den Ankauf der Marketenderinnentrachten und von Musikinstrumenten für die Stadtmusikkapelle.

 

Schließlich vollzog sie den Wandel der Goldhaubengemeinschaft hin zu ihrer sozial-caritativen Ausrichtung mit, in dem sie eine Gemeinschaft für die Hilfe an Alten, Einsamen und Behinderten darstellt. Beispielhaft etwa die Unterstützung der Lebenshilfe Grein, von Multiple Sklerose PatientInnen, des Behindertenheims Hartheim, des Vereins Eltern behinderter Kinder Waldhausen, die Unterstützung in Not geratener Familien uvm. Auch wurden Baumpflanzungen, die Restaurierung von Kleindenkmälern, Kochbücher sowie Besuche der Tagungen, Bezirkstreffen sowie Ausflüge organisiert.

 

1986 wurde sie mit der Verleihung des Titels „Konsulentin der Volkskultur des Landes OÖ“ ausgezeichnet. Für uns im Bezirk wurde sie zur „Grande Dame“ der Goldhaubengemeinschaft.

Mit der Anfertigung von Häkelspitzen für Festtrachten in der Perger Ortsgruppe, im Bezirk und für die Bezirksobfrauen Oberösterreichs hat sie sich in den Kleiderkästen oberösterreichweit verewigt. Masche für Masche hat sie sich durchs Land gehäkelt.

Mit der gelungenen Übergabe an ihre Nachfolgerinnen Gertrude Fröschl und Helene Aichhorn im Jahre 2002 war für sie der Herzenswunsch, das Erbe Goldhaube und Tracht in die Zukunft zu tragen, erfüllt. Engagiert und interessiert verbunden blieb sie ihrer Herzensgemeinschaft und ihrer Stadtgruppe bis zuletzt.  26 Jahre Jahre voll Begeisterung als Bezirksobfrau, 49 Jahre als aktives Mitglied der Stadtgruppe Perg, in denen sie zu diesem oberösterreichischen Wunder beigetragen hat: aus der Goldhauben- Gruppierung eine Goldhauben-Bewegung zu schaffen, die unübersehbar in Ort, Bezirk und Land wirkt! 

 

Liebe Kons. Ingeborg Glisic, du bist nun in deinem Anfang bei Gott, einem neues Leben in seiner Hand. Er möge dich beschützen in Ewigkeit.